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Soziologische Faktoren der Ehescheidung

 

Einige Ergebnisse der soziologischen Scheidungsforschung sollen hier kurz dargestellt werden. Die darstellten Ergebnisse stammen meist aus der Mannheimer Scheidungsstudie, die der Frage nachgegangen ist, weshalb die Scheidungsraten in den letzten Jahrzehnten stetig steigen. Hierzu wurden zwischen 1993 und 1997 am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung 2500 verheiratete und 2500 geschiedene Paare (jeweils in erster Ehe) untersucht. In untenstehender Abbildung ist eine Auswahl von Risikofaktoren der ehelichen Scheidung dargestellt und Stabilitätsfaktoren, die eine Wahrscheinlichkeit einer Ehescheidung reduzieren. Hier einige Resultate der Mannheimer Scheidungsstudie:

 
  • In Wohnorten mit bis zu 100.000 Einwohnern beseht ein geringeres Scheidungsrisiko als in größeren Städten.
  • Die Scheidung der Eltern hat einen risikofördernden Einfluss.
  • Mit zunehmendem Heiratsalter der Frau und mit zunehmendem Heiratsalter des Mannes nimmt das Scheidungsrisiko ab.
  • Ein voreheliches Zusammenleben (Probeehe) zeigt nicht den zu erwartenden Probeeffekt. Vielmehr erhöht sich das Scheidungsrisiko, wenn ein Paar in einer vorehelichen Lebensgemeinschaft wohnt.
  • Kirchlich getraute Paare haben ein geringeres Scheidungsrisiko.
  • Während die berufliche Ausbildung der Ehefrau keine Wirkung auf das Scheidungsrisiko hat, stabilisiert die Ausbildung des Ehemannes die Ehe eindeutig. Dabei ist festzustellen, dass das Vorhandensein eines Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulabschlusses einen noch stärken Einfluss als eine Berufsausbildung hat. Ähnlich sieht es für die Vollzeiterwerbstätigkeit des Ehemannes aus: Sofern er einer solchen nachgeht, ist die Ehe stabiler. Wenn allerdings die Frau vollzeit erwerbstätig ist, unterliegt die Ehe einem höheren Scheidungsrisiko.
  • Kinder haben den erwarteten ehestabilisierenden Effekt. Eine voreheliche Geburt scheint keinen destabilisierenden Einfluss zu haben.
  • Während alleiniges Wohneigentum eines Partners keinen Einfluss auf die Ehestabilität hat, mindert gemeinsamer Hausbesitz der Partner das Scheidungsrisiko.
  • Die Variable „gemeinsame Staatsangehörigkeit“ zeigte keinen Effekt.

 

 
 

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